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Villa Pebra weckt Träume von einer Insel russischen Leben | |||||||||
ESSLINGEN Russisches Haus könnte Farbtupfer für Dick werden
Wirtschaft, Kultur und Soziales unter einem Dach Sponsoren gesucht Von Alexander Maier
Unter den Esslinger Baudenkmalen zählt die Villa Pebra zu den reizvollsten. Und dennoch steht die einstige Fabrikantenvilla an der Martinstraße schon lange im Abseits. Nun möchte der Verein Russisches Haus Baden-Württemberg die Villa Pebra aus dem Dornröschenschlaf wecken: Geht es nach der engagierten Initiative, dann sollen im Russischen Haus Wirtschaft, Kultur und Soziales unter einem Dach eine Heimat finden. Einrichtungen wie diese sind hier zu Lande noch rar: Lediglich Berlin hat ein florierendes Russisches Zentrum, in München gibt es einen rührigen Verein, der mit Veranstaltungen auf sich aufmerksam macht, aber kein eigenes Domizil hat. Nun könnte Esslingen zum Kristallisationspunkt russischen Lebens in Baden-Württemberg werden. Vor zwei Jahren hat die aus St.Petersburg stammende Architektin und Künstlerin Natalja Jakovleva engagierte Landsleute um sich geschart, die eine Insel russischer Kultur im Ländle schaffen möchten. Und weil Natalja Jakovleva in Esslingen lebt, schaut sie sich dort schon lange nach einem geeigneten Haus um. Ein Beitrag in der EZ und ein Tipp von Kulturreferent Peter Kastner brachten sie auf die Villa Pebra. "Ich habe das Gebäude angeschaut und wusste sofort: Das wäre ideal", schwärmt Natalja Jakovleva. Und so klopfte sie beim Management des Dick-Centers an, das sich auch um die leer stehende Villa Pebra kümmert. Centermanager Eberhard Goll gibt gerne zu, dass er "die Idee zwar charmant fand, an eine Realisierung zunächst jedoch nicht glaubte". Mittlerweile beurteilt Goll das Projekt optimistischer: "Das Engagement des Vereins ist überzeugend. Wenn eine Stadt wie Esslingen solch eine Einrichtung, die ins ganze Land wirkt, bekommen kann, darf sie sich diese einmalige Chance nicht entgehen lassen." Natalja Jakovleva ist überzeugt, dass sie viele gute Argumente für ihre Idee ins Feld führen kann: "Wir haben wundervolle Ideen und vor allem viele Leute, die sich für diese Pläne engagieren." Möglichkeiten, ein Russisches Haus in der Villa Pebra mit Leben zu erfüllen, sieht die Hochschul- Dozentin en masse. Ein Standbein soll die Kultur bilden: "Dieses herrliche Haus bietet ideale Möglichkeiten für Ausstellungen, Kammerkonzerte, Lesungen oder Theater- und Tanzaufführungen in kleinerem Rahmen. "Dass ein Russisches Haus dem Centraltheater ins Gehege kommt, das ebenfalls Künstlerinnen und Künstler aus Russland präsentiert, glaubt Natalja Jakovleva nicht : "Wir würden uns gut ergänzen." Ein Russisches Haus hätte auch eine soziale Funktion. So könnte dort die gute Tradition der russischen Salons neu belebt werden und ein Treffpunkt zur Begegnung von Menschen unterschiedlichster Nationalitäten entstehen, und auch Kurse für alle Altersgruppen und Angebote der Kinderbetreuung könnten ihren Platz finden. Und ein Café soll nicht nur für Atmosphäre sorgen, sondern auch russische Spezialitäten anbieten. Vor allem aber hoffen Natalja Jakovleva und ihre Mitstreiter, die Wirtschaft zu begeistern. Ihr Argument: "Vom russischen Generalkonsul gaben wir erfahren, das 80 Prozent des Warenumsatzes zwischen Deutschland und Russland auf Bayern entfallen. Die Wirtschaft im Land müsste großes Interesse haben, solch eine Begegnungsmöglichkeit mit Firmenvertretern aus Russland zu bekommen. Das Haus könnte zur Initialzündung für ganz neue Wirtschaftskontakte werden." An Ideen fehlt es dem Verein und seiner Präsidentin Natalja Jakovleva so wenig wie an Mitstreitern - was sie russische Gemeinde in der Region zum Programm beisteuern könnte, zeigte sie jüngst beim Esslinger Bürgerfest. Dagegen steht die Finanzierung des arg in die Jahre gekommenen Renommiergebäudes Baujahr 1894 würde etwa 500 000 Eure kosten. Und auch wenn der Verein die Villa Pebra in einem Stufenplan auf Vordermann bringen und die Kosten auf mehrere Jahre verteilen würde, blieben immer noch die Miete und die Kosten für den laufenden Betrieb. Das Dick-Centermanagement hat Entgegenkommen signalisiert, doch das reicht noch lange nicht. Deshalb möchte Natalja Jakovleva nicht nur die regionale Wirtschaft für ihr Projekt begeistern, sondern hofft auch auf Unterstützung durch die Stadt, Bund und Land. Die se Hürde muss der Verein erst noch nehmen. Doch Eberhard Goll weiß: "Nur wenn sich die Stadt zu diesem Projekt bekennt, wird es sich realisieren lassen." Esslinger Zeitung vom 9 Juli 2002 | |||||||||
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